Ein Kunde findet in seiner Post einen bunten Prospekt von seiner Telefongesellschaft, in dem ihm ein verlockendes Angebot unterbreitet wird: Sichern Sie sich bei Ihrem Festnetzanbieter Ihre bevorzugten Dienste - Telefongespräche ins Ortsnetz, Ferngespräche, Kabelfernsehen, kabellose Anschlüsse für die ganze Familie, Hochgeschwindigkeits-Internetzugang -, und sparen Sie dabei Geld, und profitieren Sie von neuen Funktionen. Das ist noch nicht genug? Testen Sie neue Services wie Voice over Internet Protocol (VoIP), und sparen Sie noch mehr Geld, indem Sie über das Internet telefonieren.
Eine neue Service-Infrastruktur setzt sich zweifellos mehr und mehr gegen die althergebrachten Telekommunikationsdienste durch. Die konvergente Kommunikation verspricht Kunden einen besseren Service zu günstigeren Preisen. Für Kommunikationsdienstanbieter ist Konvergenz gleichbedeutend mit der Möglichkeit, höhere Einnahmen pro Kunde zu erzielen und ihre Kunden weiter an sich zu binden, wenn diese zufrieden sind. Das klingt doch nach einer guten Sache für alle Beteiligten, oder? Doch für die Kommunikationsdienstanbieter besteht die Herausforderung in der Frage, wie sich im Backend-Bereich der reibungslose Betrieb von zusammengeführten Diensten erreichen lässt. An dieser Stelle kommt nun IMS (IP Multimedia Subsystem) ins Spiel.
Im 3rd Generation Partnership Project (3GPP) Release 5 erfolgt die Definition von IMS als Spezifikation für einen Branchenstandard bei der Telekommunikation für die Bereitstellung von Voice- und Multimedia-Diensten über ein Netzwerk, das auf Internetstandards basiert. Dies steht im Gegensatz zu früheren Firmentelekommunikationsnetzwerken. IMS wird häufig als aufkommender Architekturstandard beschrieben, der festlegt, wie Netzwerkelemente zusammenarbeiten, um Voice-, Daten- und Videodienste sowie Anwendungen in beliebiger Kommunikation in festen oder mobilen Netzwerken bereitzustellen.
Konkret bedeutet dies, dass IMS derzeit alle Dienste abdeckt, die von Kommunikationsdienstanbietern bereitgestellt werden. Hierzu gehören E-Mail, Videofreigabe, Unified Messaging-Dienste und Multimediaklingeltöne. Zu beliebten IMS-Diensten gehört weiterhin Push-to-Talk-over-Cellular (PoC), womit Mobilfunkbenutzer ihre Telefone wie Sprechfunkgeräte verwenden können. Daneben zählen auch Multimediakonferenzen wie Videokonferenzen über das Internet und Voice-Video-Messaging zu den von IMS abgedeckten Services, wodurch es Instant-Messaging-Benutzern ermöglicht wird, zusätzlich zu Textnachrichten auch Audio- und Videokomponenten zu senden.
Innovationen vorantreiben mit IMS
Mit IMS soll keineswegs nur Konvergenz für Kommunikationsdienstanbieter und ihre Kunden erreicht werden. Es geht vielmehr darum, Innovationspotenziale auszuschöpfen. Hierzu ein treffendes Beispiel: Ein großer nordamerikanischer Anbieter von drahtlosen Telekommunikationsdiensten arbeitet derzeit an der Erstellung einer serviceorientierten Architektur (SOA), um Firmenkunden einen Prozess an die Hand zu geben, über den sie in Echtzeit neue Services ausmachen und für die Verwendung über ihr Netzwerk registrieren können.
Ein anderes Unternehmen arbeitet momentan daran, die Telefondienste seiner Kunden in die Funktionen des Kabelfernsehens zu integrieren. Wenn z. B. das Telefon klingelt, während sich der Kunde seine Lieblingssendung im Fernsehen ansieht, kann er über die Daten der Anruferkennung, die unten über den TV-Bildschirm laufen, sehen, wer der Anrufer ist. Der Konsument kann dann - so er dies wünscht - die Fernsehsendung per Fernbedienung unterbrechen und den Anruf entgegennehmen; und der Wunschliste sind keine Grenzen gesetzt.
Eines der europäischen Telekommunikationsunternehmen versucht beispielsweise, IMS zu nutzen, um von Beginn an Mobilität und Zugangsflexibilität zu erreichen, insbesondere über DSL sowie über Mobilfunk und WiFi. Das Unternehmen möchte Anwendungen einsetzen, die in der Mobilfunkbranche entwickelt wurden, und plattformübergreifend Schnittstellen für diese einrichten. So sind z. B. Karten geplant, auf denen ein Kunde den aktuellen Standort seiner Kommunikationspartner für Instant Messaging oder Mobilfunk orten kann. Daneben wird ihm angezeigt, wie er diese Standorte erreicht. Ein weiteres Tier 1-Telekommunikationsunternehmen für drahtlose Telefondienste und Mobilfunk verfolgt die Vision der "Servicebereitstellung über beliebige Wege“. Dies bedeutet, dass sämtliche Services über das IMS-Netzwerk verwaltet werden - vom PDA über den Fernseher bis hin zum Desktop-PC. Der Zugriff auf den jeweiligen Service kann dabei über sämtliche Plattformen erfolgen. Ein Konsument könnte an seinem Arbeitsplatz, zu Hause oder in seinem Auto über unterschiedliche Profile verfügen, ohne dass dabei eine getrennte Anmeldung erfolgen und der Service als getrennter Service betrachtet werden muss.
Die Ziele scheinen universell zu sein: Kommunikationsdienstanbieter möchten IMS verwenden, um Dienste nahtlos und in Echtzeit über sämtliche Umgebungen bzw. Geräte hinweg bereitzustellen. Daneben soll es für sie automatisch ersichtlich sein, welche Anwendungen von den Kunden auf welchen Geräten und in welchen Umgebungen verwendet werden. Tatsächlich planen die meisten Kommunikationsdienstanbieter, IMS bereitzustellen, und beinahe alle großen Telekommunikationsunternehmen folgen dabei einem klaren Zeitplan. Zu den weiteren Schlüsselfaktoren für Kommunikationsdienstanbieter, die IMS bereitstellen möchten, zählen die folgenden Unternehmensaspekte und Services:
- Gewinnung von Neukunden: Erstellung von neuen Diensten, die zu einem höheren Durchschnittsumsatz pro Benutzer führen.
- Schnellere Bereitstellung von neuen Services: Nahtlose Bereitstellung derselben Services über unterschiedliche Zugriffsnetzwerke hinweg sowie die schnelle Einführung von neuen Services zu günstigeren Preisen.
- Benutzerfreundlicher Self-Service: Einfacher Self-Service für Kunden sowie mehr Transparenz, beispielsweise der Einsatz von hoch entwickelter Software in Bereichen wie dem Identitätsmanagement. Die Kunden können mit Leichtigkeit neue Funktionen zu bestehenden Services hinzufügen, insbesondere bei der Telefonie. IMS dient nicht in erster Linie zur Bereitstellung neuer Services, sondern dazu, neue Impulse für die traditionellen Dienste zu geben. Daneben soll die Rechnungsstellung für alle vom Kunden in Anspruch genommenen Services zusammen erfolgen, um eine straffere Verwaltung zu ermöglichen.
- Echtes Multimedia: Kombination der Funktionen und Attribute unterschiedlicher Services und Quellen (darunter - ganz wichtig - auch frühere Quellen), um neue Servicetypen zu erstellen und den Kunden den Zugang zu neuen Diensten zu erleichtern.
- Entwicklung der nächsten Generation: Die Möglichkeit, auf die größtmögliche Bandbreite an Entwicklern und Softwareentwicklungsumgebungen zuzugreifen, insbesondere auf die Welt der Web-Services.
Mehr als nur Argumente für IMS
Auch wenn zunehmend mehr für die Verwendung von IMS-Diensten spricht, sehen sich Kommunikationsdienstanbieter weiterhin einer großen Herausforderung gegenüber: Wie kann eine Infrastruktur für die Einführung und Unterstützung dieser Services geschaffen werden? Genau wie SOA, kann auch IMS zur Unternehmensflexibilität beitragen. Doch es gibt - auch wie bei SOA - eine Reihe von Aspekten, die ein Unternehmen im Vorfeld einplanen muss. Um eine Service-Infrastruktur für die Praxis zu erstellen, müssen Kommunikationsdienstanbieter Entscheidungen treffen und sind häufig auf andere Anbieter angewiesen. Diese müssen etwaige Lücken schließen und beim Festlegen eines Plans für die Einführung von IMS-Diensten behilflich sein, wenn möglich über standardisierte Umgebungen, sofern diese vorhanden sind.
BEA bietet Kommunikationsdienstanbietern für IMS eine überlegene Infrastruktur, um ihre vorhandenen Bestände zu integrieren und gleichzeitig die Gesamtinvestitionskosten zu reduzieren. BEA liefert eine Grundlage und bewährte Methoden für die Erstellung eines Dienstnetzwerks, indem eine reichhaltige Umgebung sowie ein umfassendes Tool-Set für den Aufbau und das Einsetzen von Anwendungen innerhalb eines Netzwerks zur Verfügung gestellt wird. Die WebLogic Communications Platform von BEA vereint den ersten Open-Standard-Carrier Grade Network Application Server der Branche mit der SOA-Technologie, um eine direkte Integration sowie die Bereitstellung und Verwaltung von Umsatz generierenden IMS-Diensten zu ermöglichen.
IMS ist ohne Zweifel der Netzwerkarchitekturstandard der nächsten Generation. Um das maximale Umsatzpotenzial der IMS-Netzwerkinvestition auszuschöpfen, müssen Kommunikationsdienstanbieter wählen, welche auf IMS-Standards basierte Anwendungsdienstplattform sie einsetzen möchten. Ist diese Entscheidung einmal getroffen, können Kommunikationsdienstanbieter die Notwendigkeit für den Ausbau mehrerer Netzwerkelemente reduzieren, wenn Sie neue Dienste hinzufügen und neue Dienste in vorhandenen Netzwerkinfrastrukturen implementieren, und somit die Kosten für den Kauf neuer Geräte reduzieren. Mit BEAs WebLogic Communications Platform können Kommunikationsdienstanbieter die letzten Schritte ihrer Verbindungsstrategie ausführen und IMS-Dienstumsätze zur Realität werden lassen.